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Die Verfolgung der Juden - Am Anfang war der Hass

Vorurteile, Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden gab es in Österreich schon lange vor der Zeit des Nationalsozialismus. Im späten Mittelalter (1421) und in der frühen Neuzeit (1670) kam es zu den ersten Ermordungen und Vertreibungen von Juden in Österreich. Um die Jahrhundertwende flüchteten viele Juden aus Russland und suchten in Österreich Schutz vor Verfolgung. Diese Zuwanderungswelle führte zu einer neuen Welle der Fremdenfeindlichkeit. Der Höhepunkt der Judenverfolgung in Österreich war aber eindeutig die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft.

Anschlusspogrom 1938

Bereits während der Nachtstunden zum 12. März 1938 - der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Österreich begann um 5.30 Uhr - kam es zu den ersten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung Österreichs: Fenster und Geschäftsauslagen wurden eingeschlagen, Juden von SA-Leuten, HJ-Angehörigen und Männern, die sich einfach schnell eine Hakenkreuzarmbinde übergestreift hatten, verhaftet, geschlagen, gedemütigt und gezwungen, Gehsteige etc. zu waschen. Die Juden Österreichs waren während der ersten Wochen nach dem "Anschluss" gleichsam vogelfrei. Hass, Arroganz, Neid brachen aus.

Am 1. April 1938 ging der erste Transport - der so genannte "Prominententransport" - mit Österreichern in das KZ Dachau. Unter den 150 Häftlingen befanden sich bekannte Politiker und Gegner des nationalsozialistischen Regimes: Christlichsoziale, Monarchisten, Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden. Von Anfang an waren die österreichischen Juden die vom nationalsozialistischen Regime am schärfsten verfolgte Gruppe. Zahlreiche Transporte nach Dachau folgten.

Novemberpogrom 1938

Der Begriff "Reichskristallnacht" wurde von den Nationalsozialisten geprägt. Er ist die Umschreibung der Greueltaten, die in der Nacht des 9. auf den 10. November 1938 stattfanden. In dieser Nacht wurden in ganz Deutschland und Österreich Juden aus ihren Wohnungen gezerrt, öffentlich gedemütigt geschlagen, und ermordet. Wohnungen wurden geplündert, jüdische Geschäfte ausgeraubt, zerstört und Synagogen (jüdische Bethäuser) angezündet.

Die Bilanz dieser Nacht war erschreckend: Über tausend Synagogen waren abgebrannt, mindestens 8000 jüdische Geschäfte zerstört sowie zahllose Wohnungen verwüstet. Zwischen 90 und 100 Juden waren ermordet worden. Die spontanen Ausschreitungen hätten nicht stattfinden können, wenn sie nicht von den Nationalsozialisten geplant oder geduldet worden wären.

Geplanter Staatsterror

1938 war es noch Ziel des nationalsozialistischen Regimes, so viele Juden wie möglich zur Auswanderung zu zwingen. Der Terror sollte die Vertreibung beschleunigen. Angesichts der brutalen Misshandlungen, Demütigungen und Beraubung erschien vielen österreichischen Juden Selbstmord als einziger Ausweg. Die Zahl der Selbstmorde innerhalb der jüdischen Bevölkerung Österreichs stieg 1938 auf nahezu 500 Personen an, ein erneuter Anstieg erfolgte 1941 bzw. 1942, nach dem Beginn der Deportationen.
Urheberrechte:
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Heute: 23. Mai 2013
Damals: 24. Mai 1938

Österreich wird in sieben Gaue unterteilt. Der Name Österreich wird durch Ostmark ersetzt.

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