Home
Alle Themen
Themenbereich
Verfolgung
Thema
Vernichtung
Dokumente
»Mein Kampf«
Vernichtungslager
Gemordet wurde überall
Otto Rosenberg
Walter Stanoski Winter
Günter Hestner
Herta Dreyer
Anneliese P. - überlebt!
Seid frohen Mutes
»Vorbild«
Mord und Rettung
Verantwortung
»humanste Lösung«
»Gerechtigkeit« und »Wohl der Menschheit«
»Selektion«
»Die jetzt noch lachen...«
»besiegelt «
Dokument     Druckversion
Otto Rosenberg

Otto Rosenberg

Otto Rosenberg wurde 1927, ein Jahr nach Anne Frank, in Ostpreußen geboren, wächst Otto in Berlin bei seiner Großmutter auf. Seine Mutter Luise Rosenberg trennt sich von seinem Vater Hermann Herzberg, einem Viehhändler, und heiratet wieder. Die Familie ist katholisch und empfindet sich selbst als »preußisch«. Otto hat drei Geschwister und sieben Halbgeschwister. Er besucht eine Grundschule bei Berlin.

Berlin

1936 muss seine Familie in ein von der SA bewachtes Lager in Berlin-Marzahn umziehen, das die Nazis zur Zeit der Berliner Olympiade einrichten. Ab 1942 muss er Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb in Berlin-Lichtenberg leisten. Wegen angeblicher Sabotage wird er verhaftet – er hatte mit einem Brennglas Buchstaben in ein Stück Holz gebrannt. Vier Monate sitzt er in Einzelhaft, bevor er wegen Diebstahl und Sabotage zu drei Monaten Haft verurteilt wird.

Auschwitz

Am 14. April 1943, zwei Wochen vor seinem sechzehnten Geburtstag, trifft er mit einem Transport, der überwiegend aus Kindern und Jugendlichen besteht und den Rotkreuzschwestern begleiten, im Vernichtungslager Auschwitz ein und erhält die Häftlingsnummer Z 6084.

Einer von dreien

Die polnische Historikerin Danuta Czech notiert für den Tag seines Transports: »Aus dem Reichsgebiet ist ein Transport mit Zigeunern eingetroffen. 20 Männer und Jungen erhalten die Nummern Z-6071 bis Z-6090 und 15 Frauen und Mädchen die Nummern Z-6774 bis Z-6788.« Außer Otto haben von diesem Transport nur zwei weitere Kinder überlebt.

Geschwister

Anfangs kann er seine Geschwister noch von Zeit zu Zeit in der ihnen zugewiesenen Baracke besuchen. Er spart sich Essen von der knappen Ration wörtlich vom Munde ab und teilt es mit seinen Geschwistern, die dennoch nach und nach an Hunger sterben.

Buchenwald - Dora-Mittelbau - Bergen-Belsen

Am 2. August 1944 verlässt der nun Siebzehnjährige das Lager mit einem Transport nach dem Konzentrationslager Buchenwald. Insgesamt werden an diesem Tag 918 Männer (darunter 105 Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren) und 490 Frauen aus dem sogenannten »Zigeuner-Familienlager« auf Transport geschickt. Während Otto sich auf der Fahrt ins Ungewisse befindet, wird nach dem Abendappell wird für die in Auschwitz zurückgebliebenen Sinti und Roma »Lagersperre« angeordnet, ihr Lagerteil wird von bewaffneten SS-Männern umstellt und abgeriegelt, 2.897 Frauen, Männer und Kinder werden auf Lastwagen in die Gaskammern gebracht und ermordet. In Buchenwald angekommen, wird Otto dort am 3. August mit der Häftlingsnummer 74669 registriert. Dort muss er im Steinbruch arbeiten und wird später in das Konzentrationslager Dora-Mittelbau und von dort in ein weiteres Lager weitergeschickt, wo er schwerste Arbeiten verrichten muss. 1945 gelangte Otto in das Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo er von der britischen Armee im April befreit wurde.

Bittere Bilanz

Weder sein leiblicher Vater noch neun Geschwister haben die Befreiung überlebt; seine Mutter starb 1948.

Leben nach dem Überleben

Otto blieb in Deutschland und heiratete Anfang der fünfziger Jahre. Mit seiner Frau Christel hat Otto Rosenberg drei Töchter und vier Söhne. Er engagiert sich im »Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland« und lebt in Berlin.
WebGuide
Rückblick
Heute: 16. Dezember 2017
Damals: 20. Dezember 1944

Fritz Pfeffer stirbt im Lager Neuengamme.

Mehr